E T Z L I B E R G    P F E R D E

Largo VI CH      W/F/1982/CH    (+ 03. Juli 2009)

           

Ich begegnete Largo im Frühling 1995 zum ersten mal, als ich mit meinem geliebten Pony Pretty Boy II im Gelände unterwegs war. Zwei Wochen später begann ich ihn zu pflegen und zu versorgen. Der Besitzer war ohne Abmeldung im Ausland verschwunden. Für Largo hatte es nicht einmal Futter im Stall. Der arme Kerl musste schon 5 Wochen hungern und war dementsprechend auch sehr stark abgemagert. Largo kannte bis dahin nur Boxenhaltung und war demzufolge in der Herde maßlos überfordert. (24Std. Sommerweide und nur im Winter nachts einen Stall) Er war von Ohr bis Huf total verhauen und verbissen von den anderen Pferden. Leider schaffte er es auch in den darauf folgenden 10 Monaten nicht, sich richtig in die Gruppe zu integrieren. Physisch und psychisch ging es ihm nicht gut. Ich hatte große Probleme mich mit ihm zu beschäftigen, denn er war zum Teil einfach nur gefährlich. Der Stallvermieter drohte den Platz zu kündigen weil die Stallmiete nie bezahlt wurde. Da der Besitzer nicht anwesend war, machte ich mich auf die Suche nach einem neuen Zuhause für das Pferd. Tatsächlich fand ich einen Stall, in dem ich Largo auch selber versorgen konnte und der für mein Budget bezahlbar war. Für mich war von Beginn an klar: Diese Unterkunft konnte nur eine Notlösung sein. Largo aber schien es eigenartigerweise recht gut zu gefallen. Zumindest am Anfang. Er hatte wieder seine Ruhe, genügend Futter und eine kleine Einzelweide, auf der er den ganzen Tag stand. Nur im Stall drinnen hatte es noch zwei weitere Pferde. Mit der Zeit, merkte ich immer mehr, dass ich unbedingt mindestens einen Kollegen für Largo brauchte. Doch leider wurde das von dem recht schwierigen Stallbesitzer (ein ehemaliger alter Rennreiter) nicht bewilligt.
Also machte ich mich erneut auf die Suche nach einem geeigneten Stall.
Es war schnell klar, dass nur ein Pensionsstall in unserer Region in Frage kam, doch der hatte schon eine lange Warteliste. Per Zufall sah ich eine Anzeige in der Tierwelt von einem Offenstall ca. 7km von zuhause entfernt. Eine Kollegin, meine Mutter und ich "düsten" sofort hin. Er war sehr klein und in einem ziemlich schlechten Zustand. Wir fanden jedoch, dass es ausbaufähig sei und unterschrieben den Vertrag. Es waren zwei Boxen und der Auslauf war ca.8m mal 5m klein. Der Boden musste neu gemacht werden; der Stall winddicht und am Eingang verschlossen werden, damit es nicht rein regnete und, und, und... Leider fand ich Keinen, der mitmachen und ein zweites Pferd in den Stall stellen wollte. Deshalb suchte und fand ich Top royal Amadeus.

Nachtrag 2010:

Seit einem Jahr bist du nicht mehr bei mir. Ich wäre beinahe mit dir mitgestorben. Du fehlst mir sooo sehr. Auch wenn die Erinnerungen da sind und ich manchmal lächeln kann. So kommen mir immer wieder die Tränen... Ich hätte so gerne mehr für dich getan und wollte doch wieder gut machen, was ich am Anfang verbrochen hatte. Ich weiss, dass es dir in den letzten Jahren so gut wie nie zuvor gegangen ist. Doch diese Zeit hätte noch viel länger anhalten sollen.      Dieser Meinung war sogar unser Tierartz, als er dich wegen einer Kolik das erste mal nach Jahren im Stall besuchen musste, weil wir wegen dem Schnee nicht zu ihm in die Klinik fahren konnten. Und das obwohl er drei Jahre zuvor überzeugt gewesen war, der Gang in den Himmel wäre für dich der richtige. Du hast nicht nur mir unendlich viel beigebracht, sondern auch anderen die Augen geöffnet. Du warst das Beste im Leben was mir begegnen konnte!



Top royal Amadeus      H/br./1988/Dänisches – Kleinpferd

    

  

Am 05.Oktober 1997 in einer Nacht - und Nebelaktion, bezogen Largo und Amadeus, den für das Erste bereitgestellte Stall. Zum Glück verstanden sich die Zwei sehr gut. Doch als ich verletzungsbedingt die Pferde im zweiten Winter auf eine Weide nach Frankreich bringen musste, merkte ich wieder einmal mehr, dass wir den Pferden zuhause viel zu wenig Platz bieten konnten. Also machte ich Vergrößerungspläne.
Überlegt, gezeichnet, getan!!
Es gab ein Gartenhäuschen für die Sattelsachen, so dass wir die alte Sattelkammer zur Futterkammer umnutzen konnten und die Pferde bekamen einen etwa 350qm großen Auslauf. Absolut glücklich kam ich mit den Pferden nach hause. Doch das Glück hielt nicht sehr lange an. Jedes mal, wenn ich mit nur einem Pferd den Stall verließ, drehte das andere fast durch. Die zwei Herren wurden in Frankreich richtige „Gruppentierchen“ und wollten nicht mehr alleine sein. Anfangs dachte ich, dass sich das bestimmt wieder legen würde. Doch dem war nicht so.

Nummer Drei war im Anzug: Lord of the Land

Nachtrag 2010:

13 Jahre ist es nu her. Eine lange Zeit, in der wir viiiiiel zusammen erlebten.                            Es gab Hoch- und Tiefflüge. Nach gewonnen Dressurprüfungen, Gymkhanas und sogar zwei Starts in Springprüfungen kam der grosse Schreck. Amadeus wurde zuhause im Auslauf von einem Hund ins Bein gebissen. Der Biss ging durch die Sehne! Über Monate ging er lahm und ich fragte mich zeitweise, ob das alles wieder gut wird. Plötzlich lahmte er auf dem anderen Bein. Ich verstand die Welt nicht mehr. Packte Amadeus ein und fuhr mit ihm in die Klinik.            Eine niederschmetternde Diagnose: Die Sehne ist zwar verheilt und nur noch eine kleine Narbe sichtbar. Doch nach dem Röntgen stand fest. Amadeus hat starke Veränderungen auf dem Strahlbein. Und das auf beiden Vorderbeinen! Daher auch die Lahmheit die von links nach rechts wechselte. Amadeus war zu dem Zeitpunkt 11 Jahre alt. Für die damalige Tierärztin war klar.     Er wird nie mehr reitbar sein und wenn sie hätte entscheiden können, wäre Amadeus heute nicht mehr am leben. Ich glaube ich darf sagen, dass ich nichts unversucht liess. Auch irgend welche "Hockuspokus-Tierärzte" bestellte ich. Wirklich Erfolg bracht nichts. Amadeus lief mal schlechter, mal besser. Im Winter als es sehr eisig war viel mir auf, dass er recht gut lief. Bis mir dann die Idee kam, dass es mit den Stollen zutun haben könnte. Verdickte Eisenschenkel hatte er ja schon von einem Tierarzt verordnet bekommen. Doch mein Hufschmied und ich versuchten etwas neues. Wir kamen von den verdickten Rundeisen wieder weg, stellten ihn extrem steil (das heisst Zehen abartig kurz) so dass er barfuss genau in der Hufachse stand trotz untergeschobenen Trachten. Dann brachen wir die Hufachse, in dem wir ihm nicht nur verdickte Eisen aufnagelten, sondern richtige Keile aufschweissten. Amadeus stand mit Bockhufen vor uns. Und siehe da: Nach ein paar Tagen Gewöhnung lief er so gut wie seit 2 Jahren nicht mehr. Zur Sicherheit bekam er dann noch 2 Monate Medikamente gegen die Entzündung. Drei Jahre war Amadeus so beschlagen und lief hervorragend. Sogar so gut, dass er wieder auf Ausritten mit dabei war und ab und zu auch mal auf dem Viereck. Wir konnten mit der Zeit wieder auf einen fast normalen Beschlag umstellen. Amadeus trägt einfach kurze Zehen und Gummikeile zwischen Eisen und Huf. Stark belastet wird er natürlich nicht. Aber auf gemütlichen Ausritten ist er immer gerne mit dabei. Und für ein Gymkhana und vielleicht sogar mal  eine Dressurprüfung kann man ihn vermutlich auch motivieren ;-)                                                                  Mal sehen, was mein Schlitzohr und ich noch gemeinsam erleben werden...

                                                          

Lord of the Land (Pfüdi)      W/br./1995/Shetty-Welshpony

       

Pony Lord: Ein kinderhassendes, kugel-rundes, kleines Tierchen das seit April 1999 zu unserer "Bande" gehört. Largo wollte ihn zuerst nicht akzeptieren und machte ihm das Leben nicht gerade leicht. Doch aller Anfang ist schwer!
Bald wurden die Zwei unzertrennlich und Amadeus war das fünfte Rad am Wagen.                Gut ein Jahr später, wurde mir die große Scheune am andern Ende des Sportplatzes, in der ich bis anhin mein Futter, Stroh und Heu lagern durfte, angeboten. Große Freude herrschte, als ich den Vertrag unterschrieb. Großer Schreck, die Umsetzung aller Pläne in die Wirklichkeit. Ich bekam Zweifel, ob ich das je schaffen würde, daraus einen vernünftigen Stall zu gestalten. Ich bezog 4 Wochen unbezahlt Ferien da ich sowieso gerade die Stelle wechselte und nutzte die Zeit, um den zukünftigen Stall umzubauen. Ich schaffte es tatsächlich, mit Motorsäge, Bagger, Traktor, diversen Kleinmaschinen, einem Freund, der mir zwei Tage half und viel, viel Frauenpower den Stall auf das gewünschte Datum bezugsbereit zu stellen. Zwei große Stallteile:
In einem Groß-Largo mit Klein-Lord! Im anderen Amadeus einsam.                                         Die Einsamkeit dauerte nicht lange. Denn schon kurze Zeit später kam ein Anruf aus Frankreich. Meine Freundin Monika hatte den von Hand aufgezogenen 3,5 jährigen Wallach King, der eigentlich zu einer Trainerin in Ausbildung sollte noch immer im Stall und wusste nicht was machen.

Nachtrag 2010:

Auch Lord gehört inzwischen zum Inventar. Er lebt bereits 11 Jahre bei uns. Inzwischen hat er seinen Freund Largo verloren. Doch zum Glück hat er in Pepino einen Ersatz gefunden. Pfüdi, wie wir ihn hauptsächlich nennen, ist nicht mehr kinderhassend und auch keine Kugel mehr ;-) Er ist ein halbes Zirkuspony geworden und hat Freude am fahren bekommen. Ab und zu gab es auch mal Kinder die ihn ins Herz geschlossen haben. Doch leider hielt das meistens nicht sehr lange an. Vor zwei Jahren bekam Lord plötzlich im Frühling ganz starkes Asthma. Keiner wusste warum. Er wurde mit Medikamenten therapiert. Doch immer und immer wieder quälten ihn die Atemprobleme. Bis wir heraus fanden, dass es eben doch kein normales Asthma ist, sondern eine Allergie auf den Heustaub. Seither füttern wir trockenes Heu nur noch über Nacht, wenn die Ponies in ihrem Revier sind und nasses Heu bekommen. Tagsüber wenn alle zusammen sind, gibt es kein Heu mehr. Zu Beginn reichte eine Hand voll Heu und Pfüdi "rochelte" wieder. Heute passiert zum Glück nichts mehr, wenn er mal ein paar Hälmchen erwischt. Vielleicht normalisiert sich das Heuproblem ja sogar irgend wann wieder...?                                                    Nicht nur Pfüdi, sondern auch den restlichen Pferden würde es gut tun wieder mehr Heu über den ganzen Tag verteilt fressen zu können.



King d’Édenique      W/Sch/1998/SF

        

Freunde von mir hatten ein Fohlen mit der Flasche aufgezogen. Zwei Monate alt, hatte es seine Mutter verloren. Aus einem Schlacht-Transport gerettet und liebevoll betreut wuchs King auf der Ferme d‘Édénique bei Monika und Rudi auf. Mit 3,5 Jahren  im Dezember 2001 holte ich ihn zu uns in den Stall Etzliberg. Er lebte sich sehr schnell ein. Ich begann mit ihm zu arbeiten und konnte bald anfangen ihn zu reiten. Im Umgang war er ein Goldschatz. Manchmal vergaß er allerdings, dass er zu groß war, als dass man ihn hätte auf den Schoss nehmen können. Das wäre ihm am liebsten gewesen. Er war ein ganz besonderes Pferd!
Nach nicht einmal 4 gemeinsamen Jahren musste ich King über die Regenbogenbrücke ziehen lassen.
Eine damalige Mitreiterin, vergaß die Futterkammer zu schließen. Das Unglück nahm seinen Lauf: Stundenlang taten sich Amadeus und King gütlich. Bei King löste das eine schwere Hufrehe aus. Laut Tierärzten hätte er nie mehr schmerzfrei leben können. (Heute weiß ich, dass es die falsche Entscheidung gewesen war. Das macht mich fast wahnsinnig, wenn ich daran denke)

Wir alle, die Pferde und ich, vermissen ihn sehr.
 


Loustic du Pralon      W/d.br/1999/SF

           
 
       

Loustic war eines von vielen Pferden, das mit 3 Jahren in Frankreich an den Auktionen vorgeführt wurde. Die (Sport-) Pferde werden ab 2 Jahren schon vorgestellt und die, die mit 3 1/2 Jahren im Herbst an der letzten Auktion übrig bleiben, gehen den Weg zum Metzger nach Süditalien. Inzwischen haben wir schon für einige solche Pferde Plätze gefunden oder selber geboten. Durch Loustic bin ich näher an das Geschehen herangekommen und da er das erste Franzosen-Pferd war, habe ich mich entschlossen ihn nach hause (in die Schweiz) zu holen, obwohl er zu dem Zeitpunkt ein absolutes Wildpferd war. Nicht mal Halfter oder Futtereimer waren ihm bekannt. Es war eine Kunst sich dem Pferd zu nähern. Ich habe 5 Tage lang mit ihm zusammen auf einem Reitplatz in Frankreich verbracht, bis ich ihn nur berühren konnte. Zum Glück hat man ihm im Lastwagen als er gebracht wurde ein Halfter angezogen, so dass wir erst mal "nur" üben mussten, einen Strick daran zu befestigen und ein paar Schritte zu gehen. Nach 6 Tagen stand Loustic plötzlich während Führübungen im Anhänger, der eigentlich nur mal so im Viereck stand, damit er ihn hätte kennenlernen können. Ein Moment des Zögerns. Klappe zu, alles einpacken und Richtung Schweiz fahren. Das war die spontane Entscheidung. Zuhause erschrak meine Mutter fast zu Tode, als sie merkte, mit was für einem Wildfang ich da ankam. Beim Ausladen musste ich mit dem Anhänger sozusagen in den Stall rein fahren, so dass nichts passieren konnte, falls Loustic beim Ausladen ausbrechen würde. Der arme Kerl musste die ersten Tage in Einzelhaft leben. Ich traute mich nicht, ihn auf die Weide raus zu lassen, solange man ihn nicht zuverlässig halftern konnte und er nicht jedes mal davon rannte, wenn man auf ihn zu ging. Erstaunlicherweise ging zu hause plötzlich alles ganz schnell. Schon nach 2 Tagen konnte ich ihm die Hufe ausschneiden. (War vermutlich das erste mal in seinem Leben) Schon am vierten Tag wagten wir einen kleinen Spaziergang in Begleitung von Largo und Amadeus. In die Herde integriert haben wir ihn dann nach sieben Tagen. Es ging absolut problemlos.
Inzwischen sind schon ein paar Jahre vergangen: Loustic tat sich anfänglich sehr schwer mit dem Gedanken ein Reitpferd zu werden. Wildpferd oder Rodeopferdchen zu sein, hätte ihm viel besser gefallen. Heute sind wir happy mit ihm und hoffen, er auch mit und bei uns. Er macht seinen Job als Freizeitpferd sehr gut, ist einsatzbereit und sehr lernwillig. In der etzliberger Pferdeherde hat er sehr schnell die "Chef-Rolle" übernommen, was Amadeus natürlich nicht sonderlich schätzt. Dicke Freunde werden die zwei wohl nie, aber Dank genügend Platz und Ausweichmöglichkeiten, lassen die beiden Herren sich am Leben ;-).

Nachtrag 2010:

Seit knapp 8 Jahren ist Loustic nun ein Etzliberg-Pferd. Lou ist sehr leistungsbereit nur leider manchmal noch immer etwas schreckhaft und unsicher. Wobei man sagen muss, dass seine Nerven in den letzten zwei Jahren sehr viel stärker geworden sind. Eine Zeit lang hatte ich das Gefühl, dass ausreiten für ihn viel mehr stress bedeutete, als arbeiten auf dem Reitplatz. Heute hat sich das normalisiert. Reiter und er können gemütliche, oder auch zackige Ausritte geniessen ohne ständig angespannt zu sein.                                                                                  Seit sein kleine Bruder auch im Etzliberg lebt (Feb. 2008) ist Lou in seiner Chefrolle gefordert. Soleil versucht immer mal wieder neue Grenzen zu setzen, was ihm dank Loustic's klarer Ansagen zum Glück nicht gelingt. Zu Beginn hatte man das Gefühl, dass er sich überhaupt nicht mit seinem kleinen Bruder anfreunden konnte. Er war ihm nur lästig. Immer wollte "Sünneli" spielen und Lou nicht. Inzwischen ist der Spieltrieb bei allen Pferden wieder etwas ausgebrochen. Nur müssen die älteren aufpassen, dass der Jungspund nicht all zu übermütig wird ;-)                                                                                                                Auch mit Lou haben wir grosse Pläne, sobald ich wieder reiten kann. Ich möchte selber mit ihm etwas arbeiten und dann wird es Lou's Aufabe sein, das gelernte an seine neue Reiterin, welche er zu mögen scheint, weiter zu geben.



Amigo "Unser schwarzer Hengst" :-)      H/R/ca.1973/ Shettland-Pony

 

Eine Kollegin von mir hielt Einzug mit ihrem Pferd in einen neuen Stall. Ich transportierte ihre Stute. Bei der Stallführung kam ich mit der Hofbesitzerin ins Gespräch. Wir erzählten uns gegenseitig Geschichten und sie fragte mich, ob ich bei mir im Stall nicht noch Platz für ein Shettyhengstchen hätte. Eine ehemalige Pensionärin von ihr hätte ihr Pony gleich neben dem Hof, in einem kleinen Areal bei zwei Eseln eingestellt. Doch leider musste sie dort weg. Amigo lebte längere Zeit ohne Artgenossen; nur mit den Eseln zusammen. Schliesslich ist es schon schwierig genug für so kleine Ponies überhaupt eine artgerechte Unterkunft zu finden. Sie gelten als Ausbrecherkönige, oft sind sie noch frech und unerzogen dazu. Auch dass er Hengst war, nur noch ein Auge und auch das mit eingeschränkter Sehfunktion hat, machte die Suche nicht leichter...
Grundsätzlich waren das alles keine Probleme bei uns. Den grössten Ausbrecherkönig hatten wir ja bereits (Lord) und Hengst war auch schon einer vorhanden (Loustic). Ich bot der Besitzerin von Amigo an, wenn sie tatsächlich keinen anderen Platz finden würde, könne sie sich wieder bei mir melden.
Kurze Zeit später zog Amigo ein. Obwohl er nur gerade 82cm klein ist, litt er an absolutem Grössenwahn! Er war im Stande, alle Pferde auf die Knie zu zwingen. Kaum vorstellbar, aber es ist so. Auch uns gegenüber wollte er klar stellen, dass er nun der Herr im Hause sei. Doch diesem Traum wurde schnell ein Ende gesetzt. Keine Woche später hatte er ein dickes Bein: Der Tierarzt musste kommen. Täglich musste mehrmals das Bein gekühlt werden und Medikamente gegen eine beginnende Blutvergiftung verabreicht werden. Und da wir alle im Stall die Bekanntschaft mit seinen Zähnen und Hufen nicht sehr schätzten, mussten wir mal die Rangordnung mit ihm klären.
Amigo hat sich erstaunlich gut wieder in einer Pferdeherde eingelebt. Wir hoffen sehr und rechnen auch damit, dass Amigo seine restliche Lebenszeit bei uns bleibt und dass seine Augenproblem es ihm ermöglichen gaaanz alt zu werden. Noch älter als er schon ist ;-)

Nachtrag 2010:

Auch Amigo lebt nun schon 7 Jahre im Etzliberg. Sein Grössenwahn hat sich wieder etwas normalisiert. Vor allem seit Soleil (der wirklich grosse Hengst) im Stall ist. Amigo forderte den Grossen als der neu war immer wieder heraus, bis es dem zu bunt wurde. Tja, seit da scheint es auch Amigo klar zu sein, dass er doch nicht soooo gross ist wie immer dachte. Leider sieht Amigo inzwischen wirklich nicht mehr viel. Vermutlich darum, mischt er sich nur noch selten in die ganze Herde und verbringt die meiste Zeit im hinteren Stall und Auslaufbereich, in unserem Ponyrevier, wie wir es nennen.
 


Bysteds Falcon      W/F/1998/Dänisches Warmblut

Falcon lernte ich durch Zufall kennen: Eine Bekannte von mir wollte das damals knapp 5 jährige Pferd kaufen. Sie gab ihn in einem benachbarten Stall in Pension, denn ich bot ihr meine Hilfe an. Es war von Anfang an klar, dass sie Unterstützung brauchte. Falcon war ja noch jung und wir wussten, dass er keine schöne Vergangenheit hatte. Einige Probleme machten uns schwer zu schaffen. Unser Interesse war gross, herauszufinden was das Pferd alles erlebt hatte. Wir lachten, als wir erfuhren, dass Falcon keine 5km von uns entfernt, etwa ein halbes Jahr bevor er zu uns kam, in einer Pferdepension untergebracht war. Auch die ehemalige Besitzerin konnte ich kontaktieren und sie beantwortete mir freundlich all meine Fragen. Eine Bekannte von mir, die Reitlehrerin ist, konnte mir noch weiteres über Falcone berichten, denn sie hatte ihn ein paar Wochen in Ausbildung bei sich gehabt. (DIE WELT IST DOCH KLEIN)
Schon während der 9 tägigen Probezeit wurde ziemlich schnell klar, dass Tamara mit dem Pferd überhaupt nicht klar kam. Zudem ging Falcon hinten links lahm. Der grossrahmige Fuchs ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen. Er erinnerte mich auch immer wieder an die anfänglich schwierige Zeit mit Largo. Da ich wusste, dass das Pferd schon eine längere Zeit beim Pferdehändler stand, mehrmals auf Probe verkauft wurde und doch jedes mal wieder zurück gebracht wurde, war mir klar, dass seine Zeit langsam knapp wurde. Vor allem auch, weil er, soweit ich in Erfahrung bringen konnten, immer wieder lahm ging.
Der Pferdeverkäufer liess mit sich handeln. Schliesslich wollte er ihn nicht schon wieder zurück. Er hatte auch kein Platz mehr im Stall, da er neue Pferde bekam. Ich fuhr mit Falcon zum Tierarzt und liess sein linkes Hinterbein durchchecken. Schnell wurden wir fündig. Mit dieser Verletzung war der Kaufpreis für Falcon natürlich absolut nicht gerechtfertigt. Auch dem Händler war das klar und wir konnten uns friedlich einigen. Ich bezahlte den Schlachtpreis. Dort wäre Falcon sonst hingekommen.
Der Moment war gekommen: Am 12. November 2003 Falcon sollte ein "etzliberger" Pferd werden. Es wurden Ausbaupläne geschmiedet und auch ausgeführt. Die Ponies bekamen einen eigenen Stall und der Auslauf wurde deutlich vergrössert. Mit Hilfe von Freunden schafften wir das alles sehr schnell. Falcones Einzug stand also nichts mehr im Wege.
Der Fuchs ist grundsätzlich die Gutmütigkeit auf vier Hufen. Doch leider musste er schon in seinem jungen Leben klar stellen, dass er weiss, dass er viel stärker ist als jeder Mensch. Er nutzte die Situation zu Beginn auch immer mal wieder aus. Meistens in den ungünstigsten Momenten... Dressurmässig wurde schon sehr früh sehr viel von ihm abverlangt. Trotzdem: In der Grundschulung hatte er grosse Löcher. Zur Zeit sind wir immer noch dabei diese Löcher zu stopfen. Für mich ist es wichtig, dass er lernt mitzuarbeiten, weil es auch Spass machen kann und nicht nur, weil's sonst mit der Peitsche auf die "Hucke" gibt. Es ist toll, die langsamen Fortschritte zu sehen. Doch mit Rückfällen müssen wir uns leider immer wieder abfinden. Ich bin davon überzeugt, dass wir die Probleme, dank seines guten Charakters, irgend wann in den Griff bekommen werden.

Nachtrag Januar 2010:

Inzwischen ist Falcon sieben Jahre bei uns... Sieben Jahre sind eine Lange zeit um Probleme lösen zu konnen. Und doch sind noch längst nicht alle behoben. Falcon war insgesammt über 3 Jahre nicht reitbar aus gesundheitlichen Gründen. Zuerst sein linkes Hinterbein und dann fanden wir das Problem, warum sich das Pferd nicht gerne halftern liess. Falcon bekam eine Genickbeule. Das dachten wir zumindest. Bei der ersten OP im Januar 2005 fand der Tierarzt einen grünen Glassplitter. Ziemlich tief im Gewebe eingebettet. Da Falcon ein Steiger war und manchmal auch noch ist, gehen wir davon aus, dass ihm irgend wann mal jemand eine Flasche über den Schädel gehauen hat um ihm das Steigen abzugewöhnen ;-( .Insgesammt wurde Falcon drei mal operiert am Genick. Leider kehrte die Entzündung nach den ersten zwei Operationen wieder zurück. Das letzte mal war er dann ein Paar Wochen im Tierspital. Es wurde ein grosser Teil des Nackenbandes und der Schleimbeutel entfernt. Es sah sehr unschön aus und Falcon ging es auch eine längere Zeit nicht gut. Vom Tag der OP bis zu dem Tag, an dem ich ihm die OP-Löcher das letzte mal spülte vergingen 8 Monate! Inzwischen ist die letzt OP schon über zwei Jahre her. Er lässt sich so gut wie noch nie halftern. Geritten wurde er seither erst drei-vier mal. Sobald es mir gesundheitlich wieder besser geht, werden wir vorsichtig mit dem Reiten beginnen und dann hoffentlich auch mal etwas länger als nur 3-4 Monate zusammen arbeiten können. Bis jetzt war das einfach nie möglich, denn immer einer von uns beiden machte schlapp.

Nachtrag Juli 2010

Falcon geht es gut. Er wird seit ein paar Wochen wieder reglmässig geritten und macht grosse Fortschritte. Er lässt sich inzwischen auch ab und zu von anderen Reiterinnen bewegen und wenn ich ihn darauf vorbereite sogar im Viereck arbeiten. Er ist der perfekte Lehrmeister, denn er macht fast alles mit, sofern der Reiter auch die richtigen Hilfen gibt.                                 Es ist erstaunlich mit wie vielen Gebrechen ein Pferd sich noch immer so gut bewegen kann. Seinem Bein hinten links geht es gut. Die Genickbeule scheint auch keine Probleme mehr zu machen. Abgesehen davon, dass er etwas steif ist. Doch auch das wird von Monat zu Monat etwas besser. Schliesslich ist es auch kein Wunder, wenn ca. 3/4 des Nackenbandes fehlt. Auch seine Ataxie haben wir meistens sehr gut im Griff. Hoffentlich bleibt das noch laaaaaange so.

Nachtrag November 2011

Nicht lange hielt das Glücksgefühl, mit Falcon Fortschritte zu erzielen an. Kurz nach dem letzten Eintrag stürzte ich das erste mal von Falcon. Er erschrak weil sich etwas im Wald bewegte. Ich sass nach hinten verdreht auf dem Pferd, weil ich meinen Begleiterinnen etwas erzählte. Eine 180° Wendung überstand ich nicht auf seinem Rücken. Für einen kurzen Moment blieb ich im Steigbügel hängen. Darum stürzte ich kopfüber und quälte mein sonst schon lädiertes Genick ziemlich fest. Die Reitpause konnte ich ziemlich kurz halten. Nach 2 Monaten bin ich wieder geritten. Doch die Freude hielt nicht lange. Schon beim dritten Ausritt passierte der nächste Unfall. Ein Kleinkind im Kinderwagen hörte wohl die Schritte der Pferde. Da das Kind ein Sonnenschirmchen vor der Nase hatte und nichts sehen konnte, riss es das Schirmchen vom Kinderwagen weg und warf es auf die Strasse. Gleich neben Falcon. Der erschrak zu tode und machte einen ABARTIGEN RIIIESEN Satz mit allen 4 Hufen in die Luft. Ich flog wie in einem Trickfilm vom Pferd und hatte Zeit, während dem Fliegen zu fluchen. Sehr unsanft landete ich am Strassenrand. Und Falcon hatte die nächste Pause. Die Pause dauert bis heute...

 

Rayon de Soleil   H/dBr./2005/SF

 

Soleil, der kleine Bruder von Loustic du Pralon: Ein verspielter, verschmuster, französischer Junghengst lebt seit dem 11. Februar 2008 bei uns im Etzliberg. Er genoss seine Kinderzeit in Frankreich mit anderen Fohlen und Pferden zusammen auf der Ferme Édénique bei der Familie Morgentaler. Im Herbst 2007 litt Soleil an einer Piroplasmose. Der Tierarzt in Frankreich war sich nicht sicher, ob er überhaupt überleben würde. Doch Soleil ist ein Kämpfer und hat es geschafft. Als er dann im Winter 2008 bei uns ankam, ging es ihm leider wieder nicht gut. Schon nach ein paar Tagen traten wir den Gang ins Tierspital Zürich an. Er war total matt, wollte nicht richtig fressen und hatte grosse, geschwürartige Veränderungen an diversen Körperstellen  (Bauch, Gurtenlage, Brust und Hinterhand). Im Tierspital fiel erst sogar das Wort Lymphdrüsenkrebs. Keiner hatte eine Idee, was das wirklich sein konnte. Die Gewebeprobe zeigte dann eine Fettgewebsnekrose. Etwas dass man beim Pferd eigentlich nicht kennt. Man vermutete, dass es einen Zusammenhang mit der Piroplasmose haben musste. Über den Verlauf konnte auch niemand Auskunft geben. Es hiess also: Abwarten und Tee trinken. Die Verhärtungen wurden mit der Zeit immer kleiner. Ein Jahr später war zum Beispiel in der Gurtenlage überhaupt nichts mehr vorhanden. Im Moment ist nur noch an der Bauchnaht eine Verhärtung zu spüren. Soleil ist ein aufgeweckter junger Hengst geworden, der vor Lebensfreude nur so strotzt. Spazieren und etwas Bodenarbeit alleine waren ihm schnell zu wenig Beschäftigung. So lernte er das Longieren und das "Handpferdreiten" ziemlich schnell kennen. Zum Leid seines Bruders ;-). Soleil war dermassen verspielt, dass er auch unterwegs dauernd versuchte das Begleitpferd zum Spiel aufzufordern. Mit Sidonie, unserem Leichtgewicht im Stall, begannen wir Soleil an die Aufgabe des Reitpferdes heran zu führen. Die beiden machten das super! Schon beim 3. Aufsitzen zogen wir los ins Gelände. Es wirkte, als ob die beiden das schon zig mal gemacht hätten. Auch das Viereck hat Soleil inzwischen ein paar wenige male mit Reiter betreten. Doch da braucht es noch viiiiel Übung, damit er nicht wie ein Besoffener herumirrt ;-). Das wird die Aufgabe für die kommenden Monate sein. Neben der Vertiefung der Fahrausbildung. Ja, ja. Soleil ist auch schon ein Zugpferd geworden! Im Januar 09 kam unser Fahrer, der uns schon seit vielen Jahren kennt, zu uns ins Team und brachte Soleil mit viel Geduld und Überzeugungskraft dazu ein "Wägeli" zu ziehen. Sogar auf Kuven im Schnee waren die Beiden schon unterwegs. Wir freuen uns über ein so vielseitiges Pferdchen, welches mit grossem Eifer bei der "Arbeit" und bei jedem Blödsinn mit dabei ist.

Nachtrag März 2010

Vor gut 2 Jahren ist er bei uns eingezogen. Es kommt mir vor als wäre es gerade erst gewesen. Viel hat Soleil schon gelernt. Vor allem im Umgang, bei der Arbeit als Zugpferd, ja sogar in den Ferien ist er mit seinem Fahrer schon gewesen. Die beiden machten St. Moritz im Feb. 2010 unsicher. Der Fahrer schwärmt sehr von dem Urlaub und natürlich Soleil. Auch unter dem Sattel hat Soleil schon einiges erlebt im Gelände. Aber eine richtige Grundausbildung fehlt noch immer. Das ist jetzt unser nächstes Ziel. Viel arbeit wartet auf Soleil dieses Jahr. Ich bin gespannt wie er sich anstellen wird.

 

Pepino vom Heuried w/sch/1998/CH- Shetty
 
       
 
       
 
Pepino war eigentlich ein "ungewolltes" Pony im Gemeinschaftszenrum Heuried in Zürich.          Das GZ wurde vom Triemlispital angefragt, ob es nicht eine Ponystute namens Wicky in Pension nehmen würde. Kurze Zeit später wollte das Spital aber nichts mehr von der Ponydame wissen und verschenkte sie an das Gemeinschaftszentrum. Wicky wurde immer runder und irgend wann war klar, dass sie ein Fohlen bekommen würde. Ein kleines freches Scheckenfohlen erblickte am 21. August 1998 das Licht der Welt. Der von den Kindern vorgeschlagene Name: Schneeflocke passte nicht wirklich zu dem kleinen Scheck, also wurde er Pepino (Gurke ;-) ) getauft. Pepino verbrachte die ersten Monate seines Lebens im GZ bei seiner Mutter Wicky und später kam er auf die Fohlenweide im Raimeux. Mit 3,5 Jahren ging er in die Ausbildung und kam anschliessend wieder in's Heuried zurück. Gescheckt und etwas unförmig war er bei seiner Rückkehr noch immer. Die Kinder hatten nicht wirklich Interesse an ihm. Ausgenommen Sidonie! Sie verliebte sich vom ersten Moment an in Pepino. Über all die Jahre pflegte, bewegte und versorgte sie Pepino, als wäre er ihr eigenes Pony. Sie ging mit ihm durch dick und dünn.
Ein Schwan so weiss wie Schnee. Das Lied von Gölä passt genau zu Pepino. Aus dem unförmigen Scheckenpony wurde ein hübsches Schimmelchen. Die Fotos oben sind also wirklich am richtigen Ort ;-)
Im April 07 hörte ich von einem Pony was alleine stand, weil sein Pferdekollege verstorben war. Für das Pony wurde ein Platz gesucht. Da es sich aber um eine Stute handelt war schnell klar, ein Platz im Etzliberg war unmöglich!
Irgend wann kam die Idee, dass Sidonie Pepino übernehmen und ihn im Etzliberg einstellen könnte. So bekam die Ponystute Tornade einen Platz im GZ Heuried, unsere Stauballergiker sind alle zusammen und sämtliche Pferde und Ponies verstehen sich ausgezeichnet. Tornade und Wicky sind ein absolutes Dreamteam und schon jetzt unzertrennlich. Und der selbstsichere Pepino hat schnell im Etzliberg in der Herde seinen Platz gefunden.
Dank Garage für die Ponykutsche und einem Gelände ohne "eine Million" Autos, kann Sidonie jetzt auch fleissig mit Pepino fahren gehen, was ihm sichtlich Spass macht und körperlich auch sehr gut tut.
Wir hoffen, dass Sidonie und Pepino viiiiiiiele gemeinsame tolle Jahre zusammen im Etzliberg mit uns verbringen werden.
 

Nachtrag April 2010

Nun ist auch Pepino seit drei Jahren im Etzliberg. Zuerst wollte er nicht viel mit den Ponies (Pfüdi und Amigo) zutun haben. Die grossen fand er interessanter und zeigte klar, dass er auch über Nacht nicht in den Ponystall, sondern bei Amadeus bleiben wollte. Inzwischen hat er aber doch noch Freundschaft mit Pfüdi geschlossen. Die beiden können herrlich miteinander Spielen. Und Pepino übernachtet jetzt auch gerne im Ponyrevier. Jetzt wo der Frühling vor der Tür steht, ist Sidonie bereits dabei Pläne zu schmieden. Bald sollen Pepino und Lord von ihrer Winterwolle befreit werden und trainieren. Ziel ist es, die beiden zusammen als 2-Spänner vor die Ponykutsche zu spannen.

 
 
Simpa      w/br/88/CH
 

       

 
     
 
Simpa lebt seit ende Februar 2010 in der etzliberger Vierbeiner-WG. Er als nicht herdengewohntes Pferd, musste in den ersten Tagen sehr viel lernen, was natürlich auch etwas Stress für ihn bedeutete. Nach ca. einer Woche taute er auf. Man  hatte das Gefühl, er hätte über Nacht begriffen, wie man sich als Herdenpferd zu verhalten hat. Als wir am Morgen alle Pferd zusammen liessen, lief er plötzlich ganz selbstbewusst zwischen den anderen durch. Nicht wir zuvor, wo er dauernd schauen musst, wo er zwischen den restlichen Tieren durchflüchten konnte.
Inzwischen ist ein Monat vergangen und es herrscht Ruhe in der Gruppe. Simpa hat sich Amadeus zum Freund gemacht. Was für unsere beiden älteren Herren nicht schlecht ist. Die beiden sind nun auch über Nacht zusammen und vom Rest der Herde abgetrennt, damit sie mehr Ruhe haben. Tagsüber mischen sie aber gerne mit den Anderen mit.
Wir sind gespannt wie es mit Simpa weiter geht und werden uns wieder mit News melden, wenn es welche gibt. ;-)
 
Nachtrag: November 2011
 
Simpa ist jetzt gut 1,5 Jahre Mitglied der Etzliberger-Herde. Amadeus ist sein Schatten. Wo Amadeus ist, ist auch Simpa. Und wenn das nicht möglich ist, ist Simpa ziemlich unglücklich. Stutenhaftes Benehmen von Simpa, reizt Soleil immer wieder von neuem. So wird der Opa in Bewegung gehalten ;-) Simpa geniesst ein rentner ähnliches Leben. Mal ein lockeres Ausrittchen, mal ein Spaziergang mit Graspausen und sonst einfach das Leben in der Herde. Auf's Alter haben wir es jetzt sogar geschafft ihn richtig rund (gut im Futter) hinzubekommen. Was anscheinend früher jahrelang nicht möglich war. Simpa hat sich generell im Wesen stark verändert. Er wirkt richtig ausgeglichen und Petra kann zum ersten mal seit über 10 jahren fast alles mit ihrem Pferd machen. Das Behandeln von seinem Hautproblem funktioniert. Sogar am Kopf klappt das inzwischen problemlos. Auch das Entwurmen dauert keine Stunden mehr ;-). Inzwischen geht Simpa nur noch mit 2 Hufeisen durchs Leben. Der Versuch ihm im Sommer 2011 die vorderen Hufeisen auch abzunehmen ist gescheitert. Oder wäre eine Queläerei geworden. Hinten bereitet es ihm aber überhaupt keine Probleme. Und da auch Simpa gelernt hat wie sich ein Herdenpferd mal durchsetzen kann, weiss zwischendurch auch mal seine Hinterhufe zur Verteidigung einzusetzen. Mit Eisen wäre das Verletzungsrisiko einfach zu gross. Wir hoffen, dass unsere beiden Oldies noch viele glückliche Jahre zusammen verbringen können...
 
 
Fuego    H / d.Br. / 2001 / Welsh. B
 
Denise reiter ja schon seit 2 Jahren im Stall Etzliberg und hilf mit die Pferde zu versorgen. Auch ihre Tochter Samira ist eine angefressene Pferdenärrin. Nicht nur mit Lord war sie öffters unterwegs. Nein auch Lou hat ihr Herzchen erobert. Und anscheinen sie auch Lou's Herz. Unerklärbar wäre sonst, dass Sämi mit dem früher sehr schreckhaften Franzosen ein Gymkhana gewinnen konnte. Deniese war und ist schon immer ein grosser Pony-Fan. Und seit ich sie kenne spricht sie immer davon, dass sie ein Pony haben möchte. Sie hat jahrelang viiiele Stunden vor dem PC verbracht und Ponyinserate gelesen. Aber und zu auch ihre Mitmenschen damit "genervt" ;-). Im Oktober 2011 erzählte sie mir von 3 Ponies. Einer 28 jährige Stute, eine 1 Jährige Stute und von dem 10 jährigen Hengstlein. Die Ponies gehörten einer Frau welche im März 2011 verstarb. Ihre Tochter musste daraufhin für einige Ponies neue Plätze finden und fand auch. Doch für diese 3 war einfach noch nicht der richtige Platz gefunden. Bedingung war, dass die beiden Stuten zusammen bleiben. Die ältere Stute hätte ziemlich Probleme sich in einer neuen Herde zurecht zu finden, ohne ihre Begleiterin (übrigens ihre Enkelin). Die Ponies standen seit ein paar Monaten auf einem Bauernhof in Glottertal (Nähe Freiburg im Br.) Der Stall sehr alt, ungepflegt und dunkel. Da die Besitzerin ca. 40min entfernt wohnte und arbeitete, war es ihr nicht möglich mehemals am Tag in den Stall zu fahren. Und der Bauer war anscheinend nicht bereit, die Tiere auf eine seiner "Abbruchweiden" zu lassen. So verbrachten alle 3 Ponies den ganzen Tag in den dunklen Boxen. Erst wenn am Abend die Besitzerin misten kam, durften sie für einen Moment auf die Weide.
Es war klar. Die Stuten können unmöglich im Etzliberg einziehen. Denise machte sich auf die Suche nach einer besseren Lösung für die Tiere. Uns beide liess es nicht mehr los und wir konnten nicht mehr ruhig schlafen. Sie fand eine Frau, welche die alte Ponystute aufnimmt und gegen Pensionskosten auch der Jungstute einen Platz bieten kann. Da lag es auf der Hand, dass Fuege im Etzliberg einzieht.
Im "Turbotempo" bauten wir einen guten Boden mit Gummimatten und stellten darauf zwei Weidezelte (eines für Soleil und eines für Fuego). Am 29. Oktober 2011, gleich nach der Arbeit machten wir uns auf den Weg nach Waldkirch (D) wo wir eine Nacht im Hotel verbrachten um dann am nächsten Morgen früh Fuego abholen zu können und pünktlich am Zoll zu stehen. Alles klappte wunderbar. Am Zoll gab es keine Probleme und wir konnten Fuego importieren.
Schon am zweiten Tag hat Fuege alle Etzliberger schön nacheinander kennen gelernt. Ja, er war sogar schon mit allen ausser Amigo zusammen im Auslauf und auf der Weide. Auch mit Soleil zusammen geht das schon ganz gut. Die Beiden können herrlich miteinander spielen und toben. Nur wenns ums Rennen geht, wird Soleil einfach zu übermütig und erdrückt den Kleinen beinahe. Aber wir sind zuversichtlich. Das kommt schon gut. Es braucht einfach noch etwas Zeit.
 
Fotos folgen demnächst. Und wie es mit Fuego weiter geht, schreiben wir auch bald wieder...

 

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