Bysted's Falcon

 

Basted's Falcon  (Fuxe)     w/F/1998/DK

 

 
 

Falcon hätte ein Dressurpferd werden sollen. Er wurde in Dänemark geboren und schon als Fohlen von einer schweizer Dressurreiterin gekauft. Sie liess ihn in Dänemark aufwachsen und mit gut 3 Jahren anreiten. Er kam über Umwege in die Schweiz und landete in verschiedenen Trainingställen, da er nicht so kooperativ war, wie gewünscht.

Mit 4 Jährig stand er sogar mal in einem Stall ganz nahe bei uns. Wir lernten uns aber nie kennen. Falcon hat schon in ganz jungen Jahren gemerkt, dass er stärker als jeder Zweibeiner sein kann.
Verlangte jemand etwas von ihm was er nicht wollte, setze er seine Kraft auch gegen den Menschen ein. Vor allem wenn jemand Druck auf ihn ausübte. Dann kann er sogar noch heute richtig gefährlich werden. Er war nie ein böses Pferd. Er hat einfach gelernt sich zur Wehr zu setzen. Er zeigt ziemlich klar, dass er nicht nur gute Erfahrungen mit Zweibeinern gemacht hat. Vor allem Männer vertraut er gar nicht.
Als mit 5 klar war, dass Falcon weder ein Dressur, noch ein Springpferd werden würde, wollte seine ehemalige Besitzerin ihn loswerden. Nur ganz wenige Reiter trauten sich noch auf seinen Rücken. Als dann auch noch der letzte verunfallte musste Falcon weg. Er landete in einem Handelsstall. Wurde dort 21 mal auf Probe verkauft und kam jedes mal zurück. Ihm ein Halfter, oder ein Zaumzeug anzuziehen war alles andere als leicht. Später wurde dann auch klar warum. Er hatte einen grünen Glassplitter im Genick. Vermutlich wollte ihm irgend ein Trainer das Steigen abgewöhnen in dem er ihm eine Flasche über den Kopf schlug als er stieg. Die Scherbe zerschnitt ihm einen Teil des Nackenbandes. Eine Infektion führte dann dazu, dass 3/4 des Bandes bei der letzen Operation entfernt werden musste. Die Wundhöhle musste von innen nach aussen zuwachsen. Es dauerte Monate und die Wundhöle musste täglich gespült und verarztet werden. Falcon machte recht gut mit und schaffte es tatsächlich wieder gesund zu werden.
Wer es bis auf Falcons Rücken schaffte, war dann erst mal mit einem Zweibeiner, statt Vierbeiner unterwegs. Er beherrschte das Steigen in Perfektion!
Als eine Bekannte Falcon noch vor Ablauf der Probezeit zurückgeben wollte, wurde Martina gefragt, ob sie ihn zurückfahren könne.
Der Händler bat Martina aber darum Falcon direkt zum Metzger zu bringen. Er hätte kein Interesse mehr einen Käufer für das Pferd zu suchen. Falcon wäre das grösste Minusgeschäft dass er in seiner ganzen Kariere gemacht hätte. Er hätte sowieso kein Platz mehr im Stall für ihn, da er neue Pferde bekommen hätte.
Martina schlug vor, dass Falcon in den Etzliberg kommen könne.
Falcon ging zu der Zeit hinten links lahm und war schwierig im Umgang.
Nach ein paar Verhandlungen und der Diagnose, dass Falcon im Fesselgelenk hinten links einen Knochensplitter hatte wurde er zum Schlachtpreis gekauft und im Etzliberg wurde ein neuer Stallteil für ihn bereit gemacht.
All seine gesundheitlichen Probleme konnten mit der Zeit behoben werden. Falcon zeigt keine Attaxie mehr, keine Lahmheit mehr hinten links und das Genick wurde 3 mal operiert und ist nun seit Jahren in Ordnung.
Er wäre ein tolles Freizeitpferd. Nur leider nicht für jedermann reitbar. Schon Zungenschnalzen kann für ihn zu viel Druck sein. Und bei zu viel Druck steigt er noch heute, wenn es ihm nicht passt.
Es gab in der Vergangenheit schon mehr als genug Unfälle. Dies gilt es als oberstes Gebot in Zukunft zu vermeiden. Martina ritt ihn ca 8 Jahre Freizeitmässig. Zu der Zeit konnte sogar eine Mitreiterin mit ihm ausreiten gehen. Aber sobald Martina gesundheitlich bedingt nicht mehr reiten konnte, weigerte sich Falcon das Stallareal zu verlassen. Arbeiten auf dem Viereck findet er sowieso alles andere als toll. So kam es, dass Falcon mit 15 Jahren zum Frührentner wurde.
Es wäre toll jemanden zu finden, der etwas von seiner Freizeit mit Falcon verbringen möchte. Er geht liebend gerne spazieren, macht interessiert bei der Bodenarbeit und Zirkuslektionen mit und könnte theoretisch von einer guten Reiterin mit sehr viel Feingefühl und Erfahrung sogar im Gelände geritten werden.
Wer sich angesprochen fühlt, darf sich gerne melden.