Unique - mein Einzigartiger

Unique
kam im Januar 2024 zu uns, weil Lou dringend wieder einen
Pferdefreund brauchte.
Nachdem Falcon gestorben war, stand Lou zunächst mit den
Poinies zusammen. Anfangs schiend das zu funktionieren, und
ich dachte sogar, dass Lou vielleicht mein letztes Pferd
sein würde.
Nach ihm wollte ich eigentlich keine Pferde mehr halten.
Doch schon nach wenigen Wochen wurde Lou, der inzwischen nur noch mit den zwei Ponies lebte, immer apathischer.
Mir war klar: So konnte es nicht weiter gehen.
Einen passenden Pensionsplatz liess sich nicht finden. Als musste wieder ein Freund her.
Über Bekannte bekam ich den Kontakt zu Uniques damaligen Besitzerinnen.
Unique war früher ein Springpferd und hatte sich vinige Monate zuvor das Hufbein gebrochen. Für viele wäre diese Diagnose das Ende gewesen.
Seine Besitzerinnen aber gaben ihn nicht auf. Sie pflegten ihn geduldig gesund, bauten ihn wieder als Reitpferd auf und wollten für ihn nur eines:
Ein schönes Zuhause, in dem er für immer bleiben durfte und wo er gelieb und geschätzt wird.
Nach unserem ersten Telefongespräch war klar: Wir müssen und kennenlernen.
Als ich auf dem Hof ankam, lief ich an einem braunen Pferd vorbei. Es schaute mich an, als wolle es sagen: Du kommst zu mir.
Ich blieb kurz stehen, begrüsste es und dachte: Was für ein sympathisches Tier. Dass das Unique sein könnte, schloss ich leider sofort aus - er schien mir viel zu klein.
Kurz darauf sagte seine Besitzerin schmunzelnd: "Ihr habt euch ja schon begrüsst."
Ich war völlig verwirrt und hatte schon etwas Herzklopfen.
"Der Braune dort hinten - das ist Unique."
Erst als ich seine Boxe betrat, merkte ich, dass er einfach etwas tiefer stand. Plötzlich wirkte er viel grösser.
Schon in diesem Moment hatte er mich mit seiner freundlichen Art für sich gewonnen. Das Probereiten vierlief... sagen wir mal durchzogen. Nach mehr als 15 Jahren sass ich das erste mal wieder in einem Springsattel mit kurzen Büglen. Unique hatte einen ausgesprochen unbequemen Trab und liess sich auf dem Platz auch nicht gerade leicht motivieren. Trotzdem spürte ich sofort, dass er in der Vergangenheit wohl reel geritten wurde.
Den ersten Muskelkater seit 20 Jahren hatte ich danach gratis.
Anschliessend ritten wir noch ins Gelände. Auf einer schmalen Strasse kam uns ein riesiger Lastwagen entgegen. Rechts und links führte der Weg in einen Wasserkanal. Mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf - ich kannte weder Pferd noch das Gelände.
Unique blieb völlig ruhig. Er zog den Bauch ein, liess den Lastwasgen gelssen passieren und zuckte nicht einmal mit der Wimper.
Wenige Minuten später begegnete und seine lärmende Gruppe Velofahrer. Auch das beeindruckte ihn überhaupt nicht.
Aber micht! In diesem Moment war es um mich geschehen!
Ich schickte Lou's Mitreiterin ein Video und schrieb nur: Ich bin schockverliebt!!!
Trotzdem wollte ich noch eine Nacht darüber schlafen.
Am nächsten Morgen kam alles anders.
Ein traumatisiertes Notfallpferd brauchte angelblich dringend einen Platz, sonst würde es eingeschläfert.
Ich sagte Unique schweren Herzens ab und war bereit, mein Traum aufzugeben, um diesem Pferd zu helfen.
Tagelang drehte sich alles nur noch um dieses Notfallpferd. Doch je länger es dauerte, desto komplizierter wurde alles. Währenddessen wurde Lou immer noch unglücklicher. Schliesslich setzte ich der Besitzerin des anderen Pferdes ein Ultimatum - doch sie liess es gleich 3 mal verstreichen.
Da war mir klar: Ich muss an Lou denken.
Also rief ich noch einmal bei Uniques Besitzerinnen an.
Eigentlich hatten die zwei inzwischen beschlossen, ihn doch zu behalten. Durch unsere Gespräche war ihnen bewusst geworden, wie wichtig ein passendes Zuhause für Unique war, damit er kein Wanderpokal würde.
Trotzdem kamen sie am nächsten Tag zu uns in den Etzliberg, um sich alles anzusehen.
Nach dem sie sich in Ruhe umgesehen hatten, sagten sie zu mir: "Martina, wir geben dir unseren Einzigartigen. Hier bei dir wird er es gut haben."
Ich war überwältigt. Denn mir war bewusst, dass das Hin und Her, vor allem bei der Mama nicht gut ankam. Was ich auch absolut verstehen konnte.
Eine woche später brachten sie ihn zu uns. Bei minus 10 Grad, geschniegelt wie für ein Turnier.
Unique stieg völlig gelassen aus dem Hänger und sah sich neugierig um. Mein ganzes Team war da, um ihn zu begrüssen und auf ihn anzustossen. Seine Besiterinnen lachten und meinten: "Er sucht gerade den Turnierplatz mit den Sprüngen."
Zuerst durfte er alleine alles erkunden, während Lou auf der Weide wartete. Schon nach kurzer Zeit wollte Unique zu ihm.
Wir beschlossen einfach das Tor zu öffnen. Schliesslich stehen sich hier zwei sozial gehaltene Pferde gegenüber.
Die beiden beschnupperten sich, quietschten ein paarmal - und von dem Moment an waren sie unzertrennlich.
In Lou's Augen kehrte sofort wieder Leben zurück und die Trauer um Falcon wich in den Hintergrund.
Beim Abschied flossen viele Tränen. Für mich begann etwas Neues, für seine ehemaligen Besitzerinnen endete ein wirchtiger Lebensabschnitt.
Als Abschiedsgeschenk bekamem Unique und ich eine ganze Kiste mit seinen Lieblinssachen: ein Halfter mit seinem Namen, Leckerlis, Schweifspray, eine Schmusebürste, Augentüchlein und vieles mehr. An jedem Geschenklein hing ein kleiner Zettel mit liebevollen Worten.
Bei den Augentüchlein stand: "Damit er sein Leuchten in den Augen nie verliert."
Da konnte niemand mehr die Tränen zurückhalten.
In den ersten Monaten ritten wir fast ausschliesslich ins Gelände. Ich wollte Unique zeigen, dass sein neues Leben nicht mehr aus Turnieren und viel Arbeit auf dem Platz bestand, sondern aus gemeinsamen Erlebnissen und einem gesunderhaltenden Training.
Mit der Zeit wurde er dann auch auf dem Reitplatz immer motivierter. Vielleicht auch, weil wir uns einfach immer besser kennenlernten.
Nie hätte ich gedacht, dass nach dem Verlust meines zweiten Seelenpferde Falcon noch einmal ein Pferd in mein Leben treten würde, was mir so nah ist.
Mein Einzigartiger ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich hatte noch nie so ein tolles, unkompliziertes, ehrliches und liebenswertes Pferd.
Heute - zweieinhalb Jahre später - haben seine ehemaligen Besitzerinnen und ich noch immer Kontakt. Aus diesem besonderen Vertrauen ist eine Freundschaft entstanden.
Dafür, dass sie mir ihren Unique anvertraut haben, werde ich ihnen immer dankbar sein.
Nach ihm wollte ich eigentlich keine Pferde mehr halten.
Doch schon nach wenigen Wochen wurde Lou, der inzwischen nur noch mit den zwei Ponies lebte, immer apathischer.
Mir war klar: So konnte es nicht weiter gehen.
Einen passenden Pensionsplatz liess sich nicht finden. Als musste wieder ein Freund her.
Über Bekannte bekam ich den Kontakt zu Uniques damaligen Besitzerinnen.
Unique war früher ein Springpferd und hatte sich vinige Monate zuvor das Hufbein gebrochen. Für viele wäre diese Diagnose das Ende gewesen.
Seine Besitzerinnen aber gaben ihn nicht auf. Sie pflegten ihn geduldig gesund, bauten ihn wieder als Reitpferd auf und wollten für ihn nur eines:
Ein schönes Zuhause, in dem er für immer bleiben durfte und wo er gelieb und geschätzt wird.
Nach unserem ersten Telefongespräch war klar: Wir müssen und kennenlernen.
Als ich auf dem Hof ankam, lief ich an einem braunen Pferd vorbei. Es schaute mich an, als wolle es sagen: Du kommst zu mir.
Ich blieb kurz stehen, begrüsste es und dachte: Was für ein sympathisches Tier. Dass das Unique sein könnte, schloss ich leider sofort aus - er schien mir viel zu klein.
Kurz darauf sagte seine Besitzerin schmunzelnd: "Ihr habt euch ja schon begrüsst."
Ich war völlig verwirrt und hatte schon etwas Herzklopfen.
"Der Braune dort hinten - das ist Unique."
Erst als ich seine Boxe betrat, merkte ich, dass er einfach etwas tiefer stand. Plötzlich wirkte er viel grösser.
Schon in diesem Moment hatte er mich mit seiner freundlichen Art für sich gewonnen. Das Probereiten vierlief... sagen wir mal durchzogen. Nach mehr als 15 Jahren sass ich das erste mal wieder in einem Springsattel mit kurzen Büglen. Unique hatte einen ausgesprochen unbequemen Trab und liess sich auf dem Platz auch nicht gerade leicht motivieren. Trotzdem spürte ich sofort, dass er in der Vergangenheit wohl reel geritten wurde.
Den ersten Muskelkater seit 20 Jahren hatte ich danach gratis.
Anschliessend ritten wir noch ins Gelände. Auf einer schmalen Strasse kam uns ein riesiger Lastwagen entgegen. Rechts und links führte der Weg in einen Wasserkanal. Mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf - ich kannte weder Pferd noch das Gelände.
Unique blieb völlig ruhig. Er zog den Bauch ein, liess den Lastwasgen gelssen passieren und zuckte nicht einmal mit der Wimper.
Wenige Minuten später begegnete und seine lärmende Gruppe Velofahrer. Auch das beeindruckte ihn überhaupt nicht.
Aber micht! In diesem Moment war es um mich geschehen!
Ich schickte Lou's Mitreiterin ein Video und schrieb nur: Ich bin schockverliebt!!!
Trotzdem wollte ich noch eine Nacht darüber schlafen.
Am nächsten Morgen kam alles anders.
Ein traumatisiertes Notfallpferd brauchte angelblich dringend einen Platz, sonst würde es eingeschläfert.
Ich sagte Unique schweren Herzens ab und war bereit, mein Traum aufzugeben, um diesem Pferd zu helfen.
Tagelang drehte sich alles nur noch um dieses Notfallpferd. Doch je länger es dauerte, desto komplizierter wurde alles. Währenddessen wurde Lou immer noch unglücklicher. Schliesslich setzte ich der Besitzerin des anderen Pferdes ein Ultimatum - doch sie liess es gleich 3 mal verstreichen.
Da war mir klar: Ich muss an Lou denken.
Also rief ich noch einmal bei Uniques Besitzerinnen an.
Eigentlich hatten die zwei inzwischen beschlossen, ihn doch zu behalten. Durch unsere Gespräche war ihnen bewusst geworden, wie wichtig ein passendes Zuhause für Unique war, damit er kein Wanderpokal würde.
Trotzdem kamen sie am nächsten Tag zu uns in den Etzliberg, um sich alles anzusehen.
Nach dem sie sich in Ruhe umgesehen hatten, sagten sie zu mir: "Martina, wir geben dir unseren Einzigartigen. Hier bei dir wird er es gut haben."
Ich war überwältigt. Denn mir war bewusst, dass das Hin und Her, vor allem bei der Mama nicht gut ankam. Was ich auch absolut verstehen konnte.
Eine woche später brachten sie ihn zu uns. Bei minus 10 Grad, geschniegelt wie für ein Turnier.
Unique stieg völlig gelassen aus dem Hänger und sah sich neugierig um. Mein ganzes Team war da, um ihn zu begrüssen und auf ihn anzustossen. Seine Besiterinnen lachten und meinten: "Er sucht gerade den Turnierplatz mit den Sprüngen."
Zuerst durfte er alleine alles erkunden, während Lou auf der Weide wartete. Schon nach kurzer Zeit wollte Unique zu ihm.
Wir beschlossen einfach das Tor zu öffnen. Schliesslich stehen sich hier zwei sozial gehaltene Pferde gegenüber.
Die beiden beschnupperten sich, quietschten ein paarmal - und von dem Moment an waren sie unzertrennlich.
In Lou's Augen kehrte sofort wieder Leben zurück und die Trauer um Falcon wich in den Hintergrund.
Beim Abschied flossen viele Tränen. Für mich begann etwas Neues, für seine ehemaligen Besitzerinnen endete ein wirchtiger Lebensabschnitt.
Als Abschiedsgeschenk bekamem Unique und ich eine ganze Kiste mit seinen Lieblinssachen: ein Halfter mit seinem Namen, Leckerlis, Schweifspray, eine Schmusebürste, Augentüchlein und vieles mehr. An jedem Geschenklein hing ein kleiner Zettel mit liebevollen Worten.
Bei den Augentüchlein stand: "Damit er sein Leuchten in den Augen nie verliert."
Da konnte niemand mehr die Tränen zurückhalten.
In den ersten Monaten ritten wir fast ausschliesslich ins Gelände. Ich wollte Unique zeigen, dass sein neues Leben nicht mehr aus Turnieren und viel Arbeit auf dem Platz bestand, sondern aus gemeinsamen Erlebnissen und einem gesunderhaltenden Training.
Mit der Zeit wurde er dann auch auf dem Reitplatz immer motivierter. Vielleicht auch, weil wir uns einfach immer besser kennenlernten.
Nie hätte ich gedacht, dass nach dem Verlust meines zweiten Seelenpferde Falcon noch einmal ein Pferd in mein Leben treten würde, was mir so nah ist.
Mein Einzigartiger ist das Beste, was mir passieren konnte. Ich hatte noch nie so ein tolles, unkompliziertes, ehrliches und liebenswertes Pferd.
Heute - zweieinhalb Jahre später - haben seine ehemaligen Besitzerinnen und ich noch immer Kontakt. Aus diesem besonderen Vertrauen ist eine Freundschaft entstanden.
Dafür, dass sie mir ihren Unique anvertraut haben, werde ich ihnen immer dankbar sein.
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