Tahani

Tahani
verbrachte ihre ersten zehn Lebensmonate
bei ihrer Züchterin auf einem Ponyhof in
Süddeutschland.
Als die Besitzerin überraschend
verstarb, bemühte sich ihre Tochter
darum, für alle Ponys neue Lebensplätze
zu finden. Für Tahani, ihren Vater Fuego
und ihre Grossmutter Bianca fand sich
jedoch niemand. Tahani war noch ein
Fohlen, Fuego ein Hengst und Bianca
bereits ein älteres Pony – für solche
Tiere ist es oft besonders schwierig,
geeignete Plätze zu finden.
Aus der Not heraus musste die Tochter
die drei Ponys bei einem Bauern
unterbringen. Die Haltungsbedingungen
waren alles andere als ideal. Die Tiere
standen den ganzen Tag in einem dunklen
Stall und durften nur kurz nach
draussen, während ausgemistet wurde.
Die junge Frau war mit der Situation
völlig überfordert. Sie wusste, dass
diese Haltung den Ponys nicht gerecht
wurde, hatte aber weder eine bessere
Unterbringungsmöglichkeit noch die
finanziellen Mittel, etwas daran zu
ändern. Immer wieder schaltete sie
Inserate, doch niemand interessierte
sich für die drei Ponys.
Damals gehörte Denise zum
Etzliberg-Team. Sie stiess mehrmals auf
die Inserate und entschloss sich
schliesslich, die Ponies persönlich
anzusehen.
Als sie vor Ort ankam und die schlechten
Haltungsbedingungen sowie die
Verzweiflung der Besitzerin mit eigenen
Augen sah, liessen ihr die drei Ponys
keine Ruhe mehr.
Sie erzählte mir von ihnen, und wir
beschlossen zu helfen.
Für Fuego hatten wir im Etzliberg noch
einen Platz frei. Die beiden Stuten
konnten wir jedoch nicht in unsere
Hengst- und Wallachengruppe integrieren.
Deshalb machten wir uns zunächst auf die
Suche nach geeigneten Plätzen für Bianca
und Tahani.
Als Sofortmassnahme organisierte Denise
für alle drei Ponys einen neuen Stall in
Deutschland mit Auslauf. Sie übernahm
auch alle anfallenden Kosten für die
drei.
Wenig später durfte Oma Bianca auf einen
schönen Lebensplatz umziehen.
Damit blieben nur noch Tahani und Fuego,
die Denise schliesslich selbst übernahm.
Fuego zog 2011 zu uns in den Etzliberg.
Tahani durfte zunächst auf einer
Fohlenweide aufwachsen. Nach den
schwierigen ersten Monaten ihres Lebens
sollte sie genügend Zeit bekommen, ihre
unbeschwerte Jugend nachzuholen.
Fuego hatte vermutlich sein bisheriges
Leben als Hengst in Einzelhaltung
verbracht. Entsprechend schwer fiel ihm
das Zusammenleben mit anderen Pferden.
Er war unsicher, überfordert und kaum
sozialisiert.
Nach einiger Zeit entschloss sich
Denise, ihn kastrieren zu lassen – in
der Hoffnung, dass er dadurch selbst
mehr Ruhe finden würde.
Diese Hoffnung erfüllte sich.
Trotzdem dauerte es noch einige Zeit,
bis Fuego langsam Vertrauen fasste und
sich wirklich in die Herde integrierte.
Nachdem auch Soleil kastriert worden
war, sprach nichts mehr dagegen, dass
Tahani ebenfalls in den Etzliberg ziehen
konnte. Für Denise war es zudem sehr
aufwendig, ihre Tiere in zwei
verschiedenen Ställen zu betreuen.
So zog Tahani im Jahr 2013 ebenfalls zu
uns.
Bis im April 2015 lebten Vater und
Tochter gemeinsam im Etzliberg.
Anschliessend zogen sie zusammen nach
Schlieren in einen kleinen Offenstall,
der deutlich näher an Denises Zuhause
lag. Dort lebten sie mit zwei weiteren
Stuten zusammen und schienen sich sehr
schnell bestens einzuleben.
Wir freuten uns immer über die kleinen
Berichte, die Denise uns von Zeit zu
Zeit schickte, und wünschten ihr, ihrer
Tochter Samira, Tahani und Fuego von
Herzen alles Gute.
Macht's gut, ihr vier!
Ein viel zu früher Abschied
Umso
grösser war der Schock, als uns die
traurige Nachricht erreichte:
Am 21.
März 2016 starb Tahani im
Alter von noch nicht einmal sechs Jahren
an einer schweren Kolik.
Sie hatte gerade erst begonnen, ihr
Leben zu geniessen.
Wir trauern bis heute mit Denise und
ihrer Familie.
Mach's gut, kleine Tahani. Du wirst unvergessen bleiben. 💔