Nova - der dunkelbraune Schönling

Nova hat in seinem noch jungen Leben bereits einiges erlebt
– vor allem viele Stall- und Besitzerwechsel. Gezüchtet
wurde er für den Springsport. Sein Einstieg schien
vielversprechend: enormes Springvermögen, ein liebenswertes
Wesen und ein Pferd, das alle sofort in seinen Bann zog.
Gerade diese tollen Eigenschaften wurden ihm jedoch zum Verhängnis.
Er landete irgend wann bei einem weniger erfahrenen Reiter und erlitt unter ihm gleich zwei Sehnenschäden.
Zum Glück wickelte Nova mit seinem Charme zwei Menschen um den Finger, die ihn im Sommer 2024 kauften – obwohl eigentlich schon damals klar war, dass er nicht das passende Pferd für sie war.
Eine der beiden war vor rund 27 Jahren Reitbeteiligung von Largo bei uns im Stall Etzliberg. Danach verloren wir uns während eines Vierteljahrhunderts aus den Augen.
Als sie schliesslich mit einer ehrlichen Anzeige für Nova einen Lebensplatz suchte, kreuzten sich unsere Wege wieder.
Gerade diese tollen Eigenschaften wurden ihm jedoch zum Verhängnis.
Er landete irgend wann bei einem weniger erfahrenen Reiter und erlitt unter ihm gleich zwei Sehnenschäden.
Zum Glück wickelte Nova mit seinem Charme zwei Menschen um den Finger, die ihn im Sommer 2024 kauften – obwohl eigentlich schon damals klar war, dass er nicht das passende Pferd für sie war.
Eine der beiden war vor rund 27 Jahren Reitbeteiligung von Largo bei uns im Stall Etzliberg. Danach verloren wir uns während eines Vierteljahrhunderts aus den Augen.
Als sie schliesslich mit einer ehrlichen Anzeige für Nova einen Lebensplatz suchte, kreuzten sich unsere Wege wieder.
Wobei… jemand, der diese Anzeige gesehen hatte, hatte auch
noch ein bisschen seine Finger im Spiel. ;-)
Zur "Strafe" ist diese Person heute Novas Gotti.
Seine Besitzerin besuchte uns im Etzliberg, schaute den Stall und unsere Pferde an und erzählte von Nova. Sie berichtete, dass er durch unglückliche Umstände – manchmal läuft das Leben einfach nicht nach Plan – stark abgemagert und unterbemuskelt sei. Ich sagte ihr ganz offen, dass ich niemals ein Pferd mit zwei Sehnenschäden für Geld, bzw. für maximal den Schlachtpreis kaufen würde. Das würde meiner Vorstellung von Tierschutz sonst gänzlich widersprechen.
Für sie stand jedoch nur eines im Vordergrund: Nova sollte einen guten Lebensplatz finden. Und sie war überzeugt, dass der Etzliberg genau der richtige Ort für ihn wäre. Also mussten Nova und ich uns natürlich auch noch kennenlernen. Vor mir stand ein grosser, langbeiniger, schlanker Kerl mit Augen, die Bände sprachen. Reiten wollte ich ihn in diesem Zustand ganz bestimmt nicht. Aber trotzdem schaffte auch er es, mich um den Finger zu wickeln.
Wenige Tage später brachte ihn seine Vorbesitzerin zu uns. Nova wirkte etwas matt, ohne viel Selbstvertrauen – fast so, als hätte er sich damit abgefunden, schon wieder an einem neuen Ort zu landen. Brav stieg er aus dem Hänger, erkundete gemeinsam mit mir den Auslauf und blieb dabei ruhig und vorsichtig.
Anschliessend lernte er seine neuen Nachbarn Lou und Unique kennen. Das fand er spannend – und die beiden natürlich ebenso.
Wir zeigten ihm, wo Wasser und Heu zu finden waren, und liessen ihn danach erst einmal in Ruhe ankommen. Wobei… eigentlich wich er Lou und Unique trotz einem Absperrband kaum mehr von der Seite.
Schon sehr schnell war klar, dass alle drei den Zaun zwischen ihnen ziemlich überflüssig fanden. Deshalb durfte Nova zuerst den Herdenchef Lou kennenlernen. Die beiden quietschten sich kurz an, beschnupperten sich von Kopf bis Fuss – und standen danach einfach friedlich Seite an Seite. Der arme Unique fand das natürlich gar nicht lustig und musste sich noch etwas gedulden. Rund zwei Stunden später durfte auch er zu Nova. Und wieder verlief alles gleich: kurzes Kennenlernen, etwas Beschnuppern – und schon waren sie ein Herz und eine Seele. Nun war es wiederum Lou, der den Zaun doof fand. Also liess ich die drei Herren gleich ganz zusammen.
Es war unglaublich schön zu beobachten: friedlich, neugierig und sogar schon etwas verspielt standen sie gemeinsam beieinander. Bei Nova hatte man regelrecht das Gefühl, dass mit jeder Stunde sein Selbstvertrauen und seine Lebensfreude zurückkehrten.
Am nächsten Tag kam seine ehemalige Besitzerin kurz vorbei und fragte erstaunt: "Martina, was hast du mit diesem Pferd gemacht?
Der strotzt ja vor Leben und Selbstbewusstsein!"
Meine Antwort war einfach: "Eigentlich gar nichts – ausser ihm reichlich Futter zu geben." Doch ganz ehrlich: Lou und Unique sind seine besten Therapeuten. Sie sind seine Seelsorger, seine Trainer und seine Freunde. Genau das braucht Nova jetzt – Zeit mit seiner neuen Herde und den beiden Ponys Pfüdi und Pepino.
Pepino hat, wie bei jedem Neuankömmling, zunächst einmal eine ziemlich grosse Klappe. Doch Nova lässt sich davon erstaunlich wenig beeindrucken. Kurz darauf bekam Nova Besuch vom Tierheilpraktiker. Es war klar zu sehen, dass im Genick und im hinteren Rücken einiges blockiert war.
Also wurde er behandelt – und offensichtlich mit Erfolg.
Kaum durfte er wieder zu seinen Kumpels, tobte sich der junge Herr nämlich so richtig aus. Keine vorsichtigen "Schnappi-Spielchen" mehr mit Unique, sondern ausgelassenes Rennen, Spielen und Herumtoben.
Da hat sich wohl einiges gelöst. HURRA! Inzwischen ist Nova seit bald zehn Wochen bei uns im Etzliberg. Er hat schön zugenommen und durch das viele Spielen bereits Muskulatur aufgebaut.
Als er bei uns ankam, konnte man seinen Vorderbeinen die alten Sehnenverletzungen noch deutlich ansehen, obwohl sie bereits länger zurücklagen. Doch schon nach zwei Wochen waren seine Beine optisch klar. Heute spürt man nur noch beim sorgfältigen Abtasten eine ganz leichte Verdickung an einer Stelle der Sehne.
Langsam beginnen wir nun mit kleinen Übungen vom Boden aus, die ihm seine zukünftige Aufgabe als Freizeitpferd erleichtern sollen. Er lernt unsere Körpersprache zu verstehen und zeigt sich dabei als absoluter Musterschüler.
Auch die Hufpflege macht er vorbildlich mit. An den Hinterhufen läuft er bereits barhuf, denn Eisen können in der Herde schnell gefährlich werden. Seine Hinterhufe haben sich wunderbar daran gewöhnt und sehen richtig gut aus. Nun werden wir Schritt für Schritt auch die Vorderhufe umstellen. Ob Nova einmal komplett barhuf laufen wird, wird die Zeit zeigen. Wir nehmen es so, wie es für ihn am besten ist.
Eines ist jedoch sicher: Von den klassischen Hufeisen möchten wir wegkommen. Sollte er zusätzlichen Hufschutz benötigen, gibt es heute sehr gute Alternativen wie Duplo-Kunststoffbeschläge. Diese sind weniger rutschig und dämpfen die Belastung für die Sehnen und Gelenke deutlich besser.
Auch einen Sattel hat Nova inzwischen bekommen – einen neuen, der optimal angepasst wurde und sich jederzeit wieder verändern lässt. Denn ich bin überzeugt, dass sich sein Körper in den kommenden Monaten noch stark entwickeln wird.
Sein Gotti bemerkte allerdings, dass er sich sofort anspannt, sobald er glaubt, jemand wolle aufsteigen. Das soll und darf natürlich nicht so bleiben. Deshalb beginnen wir ganz von vorne. Wir üben, wie mit einem Pferd, das noch nie geritten wurde: ruhig an die Aufstiegshilfe herantreten, entspannt stehen bleiben und Vertrauen aufbauen. Auch hier zeigt sich Nova ausgesprochen kooperativ – selbst wenn ihm das alles noch etwas unheimlich ist.
Wir haben Zeit. Sehr viel Zeit. Und genau die Zeit die er braucht wollen wir ihm gebe .
Erst wenn er wirklich entspannt an der Aufstiegshilfe stehen kann, wird er wieder einen Menschen auf seinem Rücken tragen. Wir sind gespannt, wohin Novas Reise uns noch führen wird, und freuen uns darauf, ihn auf seinem weiteren Weg begleiten zu dürfen.
InInzwischen ist Nova bereits über ein Jahr bei mir im Etzliberg.
Er hat sich wunderbar eingelebt und ist zu einem charakterstarken, selbstbewussten Pferd herangewachsen. Sogar die Führung unserer kleinen Herde hat er übernommen – und diesen Job meistert er souverän.
Sein Sattel wurde inzwischen bereits zweimal an seinen veränderten Körper angepasst. Denn Nova ist tatsächlich wieder ein Freizeitpferd geworden und wird auch geritten. Noch nicht besonders intensiv, aber mehrmals pro Woche geht es entspannt ins Gelände. Die Betonung liegt auf entspannt. Denn das musste er erst mal lernen.
Die Bewegung tut ihm sichtlich gut. Vor allem das Bergauflaufen und Traben haben ihm geholfen, wieder Muskulatur aufzubauen. Im Moment geht es noch nicht um Leistung, Ausbildung oder intensives Training. Viel wichtiger ist uns, ihn behutsam wieder an seine Aufgabe als Reitpferd heranzuführen, Vertrauen aufzubauen und seine Sehnen weiterhin gut im Auge zu behalten. Im Moment sieht das zum Glück alles sehr erfreulich aus.
Seine Patentante Lynn liebt diesen Kerl über alles – auch wenn er manchmal ein kleiner Saftsack sein kann.
Dabei hätte wohl niemand gedacht, dass Lynn einmal wieder so viel Freude an einem Pferd haben würde. Vor gut zwei Jahren verlor sie auf tragische Weise ihr Seelenpferd und wollte eigentlich nichts mehr mit Pferden zu tun haben.
Heute hat sie gemeinsam mit Nova neue Ziele und Träume, die sie Schritt für Schritt verwirklichen möchte.
Jetzt, wo Nova wieder zu Kräften gekommen ist und körperlich deutlich besser dasteht, werde auch ich ihn vermehrt reiten. Besonders wichtig ist mir, seine verpasste Grundausbildung nachzuholen. Sie bildet die Basis für ein gesundes und langfristig pferdegerechtes Training.
Noch immer bewegt sich Nova manchmal etwas unkoordiniert. Durch die vielen Geländeritte mit Lynn hat sich bereits einiges verbessert, dennoch gibt es noch vieles zu lernen. Irgendwann soll der grosse Junge auch auf dem Reitplatz sicher und ausbalanciert laufen und seine vier langen Beine koordiniert einsetzen.
Gerade für grosse, schlaksige Pferde ist das oft eine Herausforderung – besonders dann, wenn sie diese Grundlagen in jungen Jahren nie richtig lernen durften.
Wir sind zuversichtlich. Auch hier gilt: Wir haben Zeit. Und genau die nehmen wir uns – so viel, wie Nova braucht.
Zur "Strafe" ist diese Person heute Novas Gotti.
Seine Besitzerin besuchte uns im Etzliberg, schaute den Stall und unsere Pferde an und erzählte von Nova. Sie berichtete, dass er durch unglückliche Umstände – manchmal läuft das Leben einfach nicht nach Plan – stark abgemagert und unterbemuskelt sei. Ich sagte ihr ganz offen, dass ich niemals ein Pferd mit zwei Sehnenschäden für Geld, bzw. für maximal den Schlachtpreis kaufen würde. Das würde meiner Vorstellung von Tierschutz sonst gänzlich widersprechen.
Für sie stand jedoch nur eines im Vordergrund: Nova sollte einen guten Lebensplatz finden. Und sie war überzeugt, dass der Etzliberg genau der richtige Ort für ihn wäre. Also mussten Nova und ich uns natürlich auch noch kennenlernen. Vor mir stand ein grosser, langbeiniger, schlanker Kerl mit Augen, die Bände sprachen. Reiten wollte ich ihn in diesem Zustand ganz bestimmt nicht. Aber trotzdem schaffte auch er es, mich um den Finger zu wickeln.
Wenige Tage später brachte ihn seine Vorbesitzerin zu uns. Nova wirkte etwas matt, ohne viel Selbstvertrauen – fast so, als hätte er sich damit abgefunden, schon wieder an einem neuen Ort zu landen. Brav stieg er aus dem Hänger, erkundete gemeinsam mit mir den Auslauf und blieb dabei ruhig und vorsichtig.
Anschliessend lernte er seine neuen Nachbarn Lou und Unique kennen. Das fand er spannend – und die beiden natürlich ebenso.
Wir zeigten ihm, wo Wasser und Heu zu finden waren, und liessen ihn danach erst einmal in Ruhe ankommen. Wobei… eigentlich wich er Lou und Unique trotz einem Absperrband kaum mehr von der Seite.
Schon sehr schnell war klar, dass alle drei den Zaun zwischen ihnen ziemlich überflüssig fanden. Deshalb durfte Nova zuerst den Herdenchef Lou kennenlernen. Die beiden quietschten sich kurz an, beschnupperten sich von Kopf bis Fuss – und standen danach einfach friedlich Seite an Seite. Der arme Unique fand das natürlich gar nicht lustig und musste sich noch etwas gedulden. Rund zwei Stunden später durfte auch er zu Nova. Und wieder verlief alles gleich: kurzes Kennenlernen, etwas Beschnuppern – und schon waren sie ein Herz und eine Seele. Nun war es wiederum Lou, der den Zaun doof fand. Also liess ich die drei Herren gleich ganz zusammen.
Es war unglaublich schön zu beobachten: friedlich, neugierig und sogar schon etwas verspielt standen sie gemeinsam beieinander. Bei Nova hatte man regelrecht das Gefühl, dass mit jeder Stunde sein Selbstvertrauen und seine Lebensfreude zurückkehrten.
Am nächsten Tag kam seine ehemalige Besitzerin kurz vorbei und fragte erstaunt: "Martina, was hast du mit diesem Pferd gemacht?
Der strotzt ja vor Leben und Selbstbewusstsein!"
Meine Antwort war einfach: "Eigentlich gar nichts – ausser ihm reichlich Futter zu geben." Doch ganz ehrlich: Lou und Unique sind seine besten Therapeuten. Sie sind seine Seelsorger, seine Trainer und seine Freunde. Genau das braucht Nova jetzt – Zeit mit seiner neuen Herde und den beiden Ponys Pfüdi und Pepino.
Pepino hat, wie bei jedem Neuankömmling, zunächst einmal eine ziemlich grosse Klappe. Doch Nova lässt sich davon erstaunlich wenig beeindrucken. Kurz darauf bekam Nova Besuch vom Tierheilpraktiker. Es war klar zu sehen, dass im Genick und im hinteren Rücken einiges blockiert war.
Also wurde er behandelt – und offensichtlich mit Erfolg.
Kaum durfte er wieder zu seinen Kumpels, tobte sich der junge Herr nämlich so richtig aus. Keine vorsichtigen "Schnappi-Spielchen" mehr mit Unique, sondern ausgelassenes Rennen, Spielen und Herumtoben.
Da hat sich wohl einiges gelöst. HURRA! Inzwischen ist Nova seit bald zehn Wochen bei uns im Etzliberg. Er hat schön zugenommen und durch das viele Spielen bereits Muskulatur aufgebaut.
Als er bei uns ankam, konnte man seinen Vorderbeinen die alten Sehnenverletzungen noch deutlich ansehen, obwohl sie bereits länger zurücklagen. Doch schon nach zwei Wochen waren seine Beine optisch klar. Heute spürt man nur noch beim sorgfältigen Abtasten eine ganz leichte Verdickung an einer Stelle der Sehne.
Langsam beginnen wir nun mit kleinen Übungen vom Boden aus, die ihm seine zukünftige Aufgabe als Freizeitpferd erleichtern sollen. Er lernt unsere Körpersprache zu verstehen und zeigt sich dabei als absoluter Musterschüler.
Auch die Hufpflege macht er vorbildlich mit. An den Hinterhufen läuft er bereits barhuf, denn Eisen können in der Herde schnell gefährlich werden. Seine Hinterhufe haben sich wunderbar daran gewöhnt und sehen richtig gut aus. Nun werden wir Schritt für Schritt auch die Vorderhufe umstellen. Ob Nova einmal komplett barhuf laufen wird, wird die Zeit zeigen. Wir nehmen es so, wie es für ihn am besten ist.
Eines ist jedoch sicher: Von den klassischen Hufeisen möchten wir wegkommen. Sollte er zusätzlichen Hufschutz benötigen, gibt es heute sehr gute Alternativen wie Duplo-Kunststoffbeschläge. Diese sind weniger rutschig und dämpfen die Belastung für die Sehnen und Gelenke deutlich besser.
Auch einen Sattel hat Nova inzwischen bekommen – einen neuen, der optimal angepasst wurde und sich jederzeit wieder verändern lässt. Denn ich bin überzeugt, dass sich sein Körper in den kommenden Monaten noch stark entwickeln wird.
Sein Gotti bemerkte allerdings, dass er sich sofort anspannt, sobald er glaubt, jemand wolle aufsteigen. Das soll und darf natürlich nicht so bleiben. Deshalb beginnen wir ganz von vorne. Wir üben, wie mit einem Pferd, das noch nie geritten wurde: ruhig an die Aufstiegshilfe herantreten, entspannt stehen bleiben und Vertrauen aufbauen. Auch hier zeigt sich Nova ausgesprochen kooperativ – selbst wenn ihm das alles noch etwas unheimlich ist.
Wir haben Zeit. Sehr viel Zeit. Und genau die Zeit die er braucht wollen wir ihm gebe .
Erst wenn er wirklich entspannt an der Aufstiegshilfe stehen kann, wird er wieder einen Menschen auf seinem Rücken tragen. Wir sind gespannt, wohin Novas Reise uns noch führen wird, und freuen uns darauf, ihn auf seinem weiteren Weg begleiten zu dürfen.
InInzwischen ist Nova bereits über ein Jahr bei mir im Etzliberg.
Er hat sich wunderbar eingelebt und ist zu einem charakterstarken, selbstbewussten Pferd herangewachsen. Sogar die Führung unserer kleinen Herde hat er übernommen – und diesen Job meistert er souverän.
Sein Sattel wurde inzwischen bereits zweimal an seinen veränderten Körper angepasst. Denn Nova ist tatsächlich wieder ein Freizeitpferd geworden und wird auch geritten. Noch nicht besonders intensiv, aber mehrmals pro Woche geht es entspannt ins Gelände. Die Betonung liegt auf entspannt. Denn das musste er erst mal lernen.
Die Bewegung tut ihm sichtlich gut. Vor allem das Bergauflaufen und Traben haben ihm geholfen, wieder Muskulatur aufzubauen. Im Moment geht es noch nicht um Leistung, Ausbildung oder intensives Training. Viel wichtiger ist uns, ihn behutsam wieder an seine Aufgabe als Reitpferd heranzuführen, Vertrauen aufzubauen und seine Sehnen weiterhin gut im Auge zu behalten. Im Moment sieht das zum Glück alles sehr erfreulich aus.
Seine Patentante Lynn liebt diesen Kerl über alles – auch wenn er manchmal ein kleiner Saftsack sein kann.
Dabei hätte wohl niemand gedacht, dass Lynn einmal wieder so viel Freude an einem Pferd haben würde. Vor gut zwei Jahren verlor sie auf tragische Weise ihr Seelenpferd und wollte eigentlich nichts mehr mit Pferden zu tun haben.
Heute hat sie gemeinsam mit Nova neue Ziele und Träume, die sie Schritt für Schritt verwirklichen möchte.
Jetzt, wo Nova wieder zu Kräften gekommen ist und körperlich deutlich besser dasteht, werde auch ich ihn vermehrt reiten. Besonders wichtig ist mir, seine verpasste Grundausbildung nachzuholen. Sie bildet die Basis für ein gesundes und langfristig pferdegerechtes Training.
Noch immer bewegt sich Nova manchmal etwas unkoordiniert. Durch die vielen Geländeritte mit Lynn hat sich bereits einiges verbessert, dennoch gibt es noch vieles zu lernen. Irgendwann soll der grosse Junge auch auf dem Reitplatz sicher und ausbalanciert laufen und seine vier langen Beine koordiniert einsetzen.
Gerade für grosse, schlaksige Pferde ist das oft eine Herausforderung – besonders dann, wenn sie diese Grundlagen in jungen Jahren nie richtig lernen durften.
Wir sind zuversichtlich. Auch hier gilt: Wir haben Zeit. Und genau die nehmen wir uns – so viel, wie Nova braucht.
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