Fuego - das Schickimicki-Pony


Fuego lebte als Hengst auf einem Ponyhof in Süddeutschland, bis seine Besitzerin verstarb. Ihre Tochter musste für die vielen Schulponys möglichst schnell neue Lebensplätze finden – was ihr für die meisten Tiere auch gelang.
Doch für Fuego als Hengst, seine knapp einjährige Tochter Tahani und seine Mutter Bianca, die bereits deutlich über zwanzig Jahre alt war, wurde die Suche immer schwieriger.
Schliesslich blieb ihr nichts anderes übrig, als die drei Ponys notfallmässig bei einem Bauern unterzubringen. Die beiden Stuten standen gemeinsam in einer dunklen Box, Fuego alleine in einer zweiten. Um die Tiere musste sie sich weiterhin selbst kümmern, obwohl der Stall rund drei Viertelstunden von ihrem Zuhause entfernt lag. Nur wenn sie am Abend zum Ausmisten kam, durften die Ponys für kurze Zeit nach draussen.
Sie schaltete immer wieder Inserate, doch es fand sich einfach keine Lösung.
Schliesslich entschloss sich Denise, Fuego persönlich kennenzulernen.
Als sie vor Ort sah, unter welchen Bedingungen die drei Ponys leben mussten und wie verzweifelt deren Besitzerin war, liessen sie die Tiere nicht mehr los. Zunächst versuchte sie, neue Besitzer für sie zu finden. Als auch das scheiterte, sprach sie mit mir und bat mich, die Ponys gemeinsam mit ihr zu besuchen.
Denise wusste genau: Wenn ich das mit eigenen Augen sehen würde, könnte ich nicht einfach wieder nach Hause fahren. 😉
Das Problem war allerdings, dass im Etzliberg damals ausschliesslich Hengste und Wallache lebten. Für Stuten war unsere Herde deshalb ungeeignet.
Für Oma Bianca fand Denise glücklicherweise schon bald ein schöner Lebensplatz. Tahani durfte auf einer Fohlenweide aufwachsen und ihre Jugend geniessen. Fuego hingegen zog zu uns in den Etzliberg.
Innerhalb kürzester Zeit erstellten wir für ihn einen befestigten Platz und stellten darauf ein Weidezelt auf, damit er ein schönes Zuhause bekam.
Doch schon bei seiner Ankunft zeigte er uns sehr deutlich, was er davon hielt. Nämlich nicht viel!
Sobald wir ihn im Weidezelt einsperrten, geriet er völlig in Stress. Er rannte unruhig hin und her und wollte unbedingt zu den anderen Ponys. Nur leider war dort kein Platz für ihn.
Also starteten wir kurzerhand die nächste Blitzaktion.
Hinter der Sattelkammer befand sich ein kleiner Raum, der bis dahin als Abstellkammer für Brennholz, Ziegel, Schindeln und allerlei Gerümpel diente. Wir räumten alles aus, verlegten einen Gummiboden, schufen einen direkten Durchgang zum Ponystall und bauten zusätzlich einen kleinen Auslauf, der direkt mit dem Ponybereich verbunden war.
Als Fuego zum ersten Mal seine neue Box betrat, dauerte es nur wenige Sekunden, bis er sich zufrieden hinlegte.
Es war fast so, als wollte er uns sagen: „Genau so habe ich mir das vorgestellt. Hier bleibe ich!“ 😉

Nach seiner Kastration wurde Fuego deutlich ruhiger. Gleichzeitig merkte man aber auch, dass er früher kaum Sozialkontakte zu anderen Pferden gehabt haben musste.
Es dauerte recht lange, bis er sich wirklich in die Herde integrierte. Anfangs stand er ständig unter Spannung, beobachtete aufmerksam seine Umgebung und verbrachte viel Zeit im Ponybereich, in den die Grosspferde nicht gelangen konnten.
Doch der kleine Mann schaffte es.
Nach und nach fand er seinen Platz in der Herde, gewann Vertrauen und begann sogar, mit den anderen Pferden zu spielen.
Man darf wohl sagen, dass der Einstieg ins Herdenleben für ihn alles andere als einfach war. Doch die Umgewöhnung hat sich gelohnt. Am Ende machte Fuego den Eindruck, endlich angekommen zu sein. Er fühlte sich sichtlich wohl in seinem neuen Zuhause und genoss das Zusammensein mit seinen neuen Freunden.

Im April 2015 erhielt Denise in Schlieren, ganz in der Nähe ihres Zuhauses, das Angebot für zwei Plätze in einem kleinen privaten Offenstall. Besonders für ihre Tochter war das eine schöne Lösung, denn sie konnte künftig selbst mit dem Fahrrad zu ihren Ponys fahren.
Nach reiflicher Überlegung nahm Denise das Angebot an und zog mit ihren beiden Rackern um.
Die beiden lebten sich am neuen Ort schnell ein und fühlten sich dort sichtlich wohl.

Wir wünschen Denise, Samira, Fuego und Tahani von Herzen alles Gute für die Zukunft.

Macht's gut, bleibt gesund und geniesst euer gemeinsames Leben!